C5, Kontraktiles Remodeling bei Vorhofflimmern – Pathomechanismen und therapeutische Ansätze

(Schotten, Aachen)

Zu den klinisch relevanten Komplikationen von Vorhofflimmern (VHF) gehören vor allem thrombembolische Ereignisse, bedingt durch Stase des Blutes und dadurch erfolgende Thrombenbildung in den fibrillierenden Vorhöfen. VHF ist ein Hauptrisikofaktor für Schlaganfälle und geht mit einer Verdopplung der kardiovaskulären Mortalität einher. Es ist bekannt, dass eine kontraktile Dysfunktion der Vorhöfe auch nach Kardioversion von VHF weiter besteht. Der Mechanismus dieser Kontraktionsstörung ist bis jetzt nicht aufgeklärt. Auch verliefen Versuche, eine positiv inotrope Therapie der atrialen Kontraktionsstörung zu etablieren, bisher ergebnislos. Neben VHF ist eine Dilatation der Vorhöfe durch chronische Drucküberlastung die wichtigste Ursache für eine atriale Hypokontraktilität.

Design:

Die Experimente sollen an rechtsatrialem Gewebe von Patienten durchgeführt werden, die sich einer offenen Thoraxoperation unterziehen. Zusätzlich werden die Vorhöfe von Ziegen untersucht, bei denen verschiedene Substrate vorliegen, die VHF begünstigen.

Ziel:

I. Was sind die zellulären und morphologischen Ursachen der durch VHF oder Herzinsuffizienz ausgelösten Kontraktionsstörung des Vorhofs?
II. Ist es möglich, durch positiv inotrope Substanzen die Kontraktionskraft am Vorhof nach Bestehen von VHF wiederherzustellen? Eine solche Intervention könnte die Basis für eine Therapie der durch VHF verursachten Kontraktionstörung des Vorhofs darstellen. Hier wird der Untersuchung neuerer Klasse III Substanzen (IKur-Blocker) große Bedeutung zukommen.

Methodik:

An isolierten multizellulären isometrisch kontrahierenden Muskelpräparaten werden Kontraktionskraft und transmembranöse Aktionspotentiale gemessen. Der Einfluss von Ionenströmen und Veränderungen des Ca2+-Handlings werden an isolierten atrialen Myozyten untersucht. 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Dr. Ulrich Schotten
Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52057 Aachen
Tel: 02 41 / 808 89 23
Fax: 02 41 / 888 84 14

oder:
Dept. of Physiology
Cardiovascular Research Institute Maastricht
PO Box 616
6200 MD Maastricht
The Netherlands
Tel: 00 31 (0) 43-3881077
Fax: 00 31 (0) 43-3884166
E-Mail: Schotten@fys.unimaas.nl

Literatur

Schotten U, Lamorgese M, Castel L, Goegelein H, van Wagoner D. Complete restoration of atrial contractillity by the atrial K+ channel blocker AVE0118 after cardioversion of atrial fibrillation in the goat. Circulation 2004 ; 100 : III-97.