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Vorhofflimmern als häufigste Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen ist die Ursache für 15% bis 20% der Schlaganfälle. Vorhofflimmern muss aber nicht zwangsläufig zu Schlaganfällen mit schweren Ausfällen führen. Fünfmal häufiger sind von Patient und Arzt unbemerkte „stumme“ Schlaganfälle. Dabei handelt es sich um minimale Schäden der Hirnsubstanz. Diese können sich aber später summieren und in Form von Lern- und Merkfähigkeitsstörungen in Erscheinung treten. Der Prozess kann sich bis zur Demenz hin fortentwickeln. Im Sinne der betroffenen Patienten wollen wir frühzeitig in einen solchen Prozess eingreifen. Dazu wollen wir die Bedeutung von Vorhofflimmern und die von begleitenden kardiovaskulären und neurologischen Risikofaktoren für die Entstehung von stummen Schlaganfällen untersuchen.
Design: |
Die Studie ist als longitudinale Kohortenstudie angelegt. 1000 Patienten mit Vorhofflimmern und 1000 gesunde Vergleichspersonen sollen jetzt und nach Ablauf von zwei Jahren untersucht werden. Die gesunden Vergleichspersonen sprechen wir unter dem Titel „Gesundheitsstudie“ an. |
Ziel: |
Ziel der Studie ist es, die Bedeutung von Vorhofflimmern und weiterer kardiovaskulärer und neurologischer Risikofaktoren für die Entstehung von stummen Schlaganfällen zu identifizieren. |
Methodik: |
Patienten mit Vorhofflimmern und die Teilnehmer aus der Vergleichsgruppe werden in einem ärztliches Interview zu Risikofaktoren, Medikation und familiären Belastungen befragt. Eine körperliche Untersuchung hält den Ist - Zustand fest. Weiterhin wird eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt, um gezielt nach Lern- und Merkfähigkeitsstörungen zu fahnden. Mittels hochauflösender Magnetresonanzuntersuchung im 3 – Tesla – Gerät entsteht eine Aufnahme des Gehirns, auf der gezielt nach „stummen“ Hirninfarkten gefahndet wird. Die gesammelten Ergebnisse werden mit der Basisdokumentation abgeglichen und nach zwei Jahren durch eine Verlaufsbeobachtung ergänzt. |
Weitere Informationen zur Gesundheitsstudie im Teilbereich B 8 finden Sie hier.
aktueller Stand:
Ergebnisse des Projektes B8 wurden 2008 publiziert (Literatur siehe unten).
Im Rahmen einer weiterführenden Langzeitstudie soll nun die ursprüngliche Kohorte mit einer Latenz von über 3 Jahren nachuntersucht werden. Aktuell werden Detailstudien der Kopf-Kernspintomogramme durchgeführt, um Art und Umfang der Hirnläsionen durch Vorhofflimmern besser zu verstehen.
Stefan Knecht, Christian Oelschläger
Projektleiter:
Prof. Dr. med. Stefan Knecht
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Albert-Schweitzer-Straße 33
48129 Münster
Tel: (02 51) 83 - 48 19 5
Fax: (02 51) 83 - 48 18 1
E-Mail: knecht@uni-muenster.de
Infoblatt (PDF, 1 Seiten, 243KB) zum Teilprojekt B8
Knecht S, Oelschläger C, Duning T, Lohmann H, Albers J, Stehling C, Heindel W, Breithardt G, Berger K, Ringelstein EB, Kirchhof P, Wersching H. Atrial fibrillation in stroke-free patients is associated with memory impairment and hippocampal atrophy. Eur Heart J. 2008 Jul 29.
Knecht S, Wersching H, Lohmann H, Bruchmann M, Duning T, Dziewas R, Berger K, Ringelstein EB. High-normal blood pressure is associated with poor cognitive performance. Hypertension. 2008; 51:663-8.
Duning, T; Kloska, S.; Steinsträter, O.; Kugel, H.; Heindel, W.; Knecht, S.: Dehydration confounds the assessment of brain atrophy; Neurology 2005;64:548-550
Stefan Knecht, Klaus Berger; Deutsches Ärzteblatt, Jg.101, Heft 31-32, August 2004: Einfluss vaskulärer Faktoren auf die Entwicklung einer Demenz
