B7, Neue diagnostische Verfahren der Bildgebung

(Schauerte, Aachen)

Katheterablationen haben sich in der Therapie von Vorhofflimmern und Vorhofflattern etabliert. Eine Methode ist die Elimination von sogenannten Triggern (zusätzliche elektrische Impulse), die Vorhofflimmerepisoden auslösen können und meist in den Pulmonalvenen lokalisiert sind. Die erfolgreiche Elimination dieser Trigger (z. B. durch elektrische Isolation der Pulmonalvenen) kann zur Heilung von Vorhofflimmern führen. Daneben existiert ein Ansatz, der mittels linearer Ablationsläsionen die chirurgische Substratmodifikation durch Inzisionen imitiert.
Für beide Methoden ist die genaue Kenntnis der individuellen kardialen 3D- Anatomie ist ein kritischer Bestandteil. Die Darstellung der Anatomie, der Katheter und des Wandkontaktes entscheidet über Erfolg, Komplikationen (z.B. Pulmonalvenenstenosen) und Rezidivrate (z.B. durch Lücken zwischen Ablationsläsionen) von interventionellen Therapien. Eine Röntgen-Durchleuchtung bietet nur eine 2D-Darstellung mit geringem Weichteilkontrast und wird somit den komplexen anatomischen Verhältnissen nicht gerecht.

Design:



Ziel:


Im geplanten Projektbereich wollen Zentren mit Expertise in der kardialen Bildgebung und Ablationstherapie durch Kooperation ein System zur 3-dimensionalen anatomischen Vorhofdarstellung entwickeln, so daß eine Ablationstherapie von Vorhofflimmern zukünftig zu einem komplikationsarmen und erfolgreichen Routineverfahren wird.

Methodik:


I. Etablierung einer Methodik zur 3-dimensionalen Rekonstruktion der Vorhöfe in vivo mit in  vitro Validierung der atrialen Anatomie (Schwein): In der ersten Phase sollen für die einzelnen Verfahren (NMR, CT und intrakardialer Ultraschall) die technischen Parameter zur 3D Darstellung der Vorhöfe erarbeitet werden. Hierbei wird eine Plattform zur Bildverarbeitung entwickelt, die eine vergleichende Analyse verschiedener Bildgebungsmodalitäten ermöglicht. An den beteiligten Zentren werden die Vorhöfe von Hausschweinen während Vollnarkose mittels NMR, CT oder Ultraschall 3-dimensional rekonstruiert. Im Anschluß werden die Herzen und herznahen Gefäße entnommen und anatomisch rekonstruiert, um die 3D Rekonstruktionen zu validieren.
II. 3D Rekonstruktion der Vorhöfe und Ablationsläsionen bei Patienten mit Vorhofflimmern: Die zweite Stufe stellt die Validierung der tierexperimentell gewonnenen Erfahrungen am Patienten dar. Die Vorhöfe von Patienten sollen rekonstruiert werden, bei denen eine chirurgische Maze-Operation oder eine primäre Katheterablation von Vorhofflimmern vorgesehen ist bzw. durchgeführt wird. In dieser Phase soll vor allem untersucht werden, wo die spezifischen bildgebenden Vor-/Nachteile der einzelnen 3D Bildgebungsverfahren liegen.  In einem weiteren Schritt werden dann an einem Patienten mehrere Verfahren zur 3D Rekonstruktion vergleichend überprüft. Darüber hinaus soll in diesem Stadium auch untersucht werden, wie gut Ablationsläsionen mit den einzelnen Verfahren sichtbar gemacht werden können. Anhand der Rekonstruktionen wird überprüft, ob die Verfahren die zuvor elektrophysiologisch verifizierte Kontinuität und Transmuralität der Ablationsläsion anatomisch darstellen können.
III. Fusion der 3D Anatomie mit Ortungs-/Elektrogrammsystemen: In der dritten Stufe des Projektes soll ein Ablationskatheter, der mit einem Ortungssystem räumlich lokalisiert wird, durch Projektion in einer zuvor erstellten 3D Vorhofmaske  navigiert werden. Gleichzeitig sollen die abgeleiteten intrakardialen Elektrogramme mit der anatomischen 3D Vorhofmaske fusioniert werden. Dieses soll eine exakte Zuordnung des Elektrogramms zu einer anatomischen Struktur gewährleisten. Zur 3D Katheter Navigation sollen Elektrogrammdaten kommerziell verfügbarer oder neu entwickelter Systeme hierfür in die anatomischen Masken eingespeist werden.

Ansprechpartner

PD Dr. med Schauerte, Patrick

Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum der RWTH Aachen
Pauwelsstr. 30
52057 Aachen
Tel: 0241 / 8089669
Fax: 0241 / 8088414
E-Mail: pschauerte@post.klinikum.rwth-aachen.de

Lebenslauf

Dr. Christian Knackstedt
Medizinische Klinik I - Kardiologie
Universitätsklinikum der RWTH Aachen
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen
Tel: 0241 / 8088630
E-Mail: cknackstedt@ukaachen.de

Infoblatt (PDF, 1 Seite, 246KB) zum Teilprojekt B7

Literatur

Haissaguerre et al. N Engl J Med. 1998; 339: 659-66

Oral et al. Circulation 2003; 108: 2355-2360

Karch et al. Circulation. 2005; 111: 2875-80