B4, Katheterablation von Vorhofflimmern durch lineare Pulmonalvenenisolation (Kuck / Willems, Hamburg / Breithardt, Münster)

a) Eine randomisierte Studie zur Untersuchung der Bedeutung vollständig versus unvollständig elektrisch isolierter Pulmonalvenen durch Hochfrequenzstrom-induzierte lineare Läsionen (GAP-AF-Studie)

Die Katheterablation mit Anlage von linearen Läsionen um die Lungenvenenostien wird mittlerweile von vielen elektrophysiologischen Arbeitsgruppen weltweit bei medikamentös-therapierefraktären Patienten mit idiopathischem Vorhofflimmern durchgeführt.

Design:
Es handelt sich um eine prospektive, randomisierte, multizentrische Studie bei Patienten mit medikamentös therapierefraktärem intermittierendem Vorhofflimmern.

Ziel:
Gegenstand der Studie ist der Vergleich der Effektivität komplett angelegter linearer Lungenvenenisolation die jeweils zwei Ostien umkreisen mit demgleichen, aber inkompletten, Liniendesign.

Methodik:
Die für die Studie geeigneten Patienten werden nach Identifikation innerhalb des Netzwerkes zur Durchführung kompletter oder inkompletter Läsionen randomisiert. Nach doppelter transseptaler Punktion werden drei transseptale Schleusen in den linken Vorhof vorgebracht. Simultan zur Ableitung der Lungenvenensignale über zwei in den Ostien der oberen und unteren Lungenvene platzierten Lasso-Kathetern wird sequentiell eine Hochfrequenzstromablation (gekühlte Elektrodenspitze) durchgeführt. Um vergleichbare Bedingungen für beide Gruppen zu erhalten, wird bei Erreichen der kompletten Isolation mit Verlust der Lungenvenensignale in Gruppe A die Ablation sofort beendet, damit sich die Leitungsunterbrechung nur transient zeigt ( inkomplette Läsionen). In der anderen Gruppe werden bei Erzielen der elektrischen Isolation weitere konfirmative Applikationen angelegt, um möglichst eine permanente Leitungsblockierung zu erreichen. Alle Patienten werden nach drei Monaten einer invasiven Nachkontrolle der Leitungseigen­schaften der Lungenvenen unterzogen.

Der Nachbeobachtungszeitraum beträgt zwölf Monate ohne Blindingperiode. Die Anzahl von Rezidiven (definiert als Vorhofflimmern >30 sec) sowie die Dauer der Episoden vor und nach der Ablation werden mittels täglichem Event-Rekorder überprüft.

aktueller Stand:
Der Patienteneinschluss ist beendet, die Pulmonalvenenisolationen und Kontrollprozeduren sind abgeschlossen. Die durchgeführten Prozeduren werden zurzeit durch ein zentrales Labor (Core-Lab) ausgewertet. Das klinische Follow-up dauert noch an.

b) Katheterablationsregister

Aufgrund des raschen Wandels der technischen Aspekte der Katheterablation von Vorhofflimmern und der sehr unterschiedlichen Erfahrung der einzelnen Zentren sollen alle Patienten, die sich einer Vorhofflimmerablation unterziehen, in einem prospektiven Register geführt werden.

Durch das Ablationsregister sollen Fragen zur Patientenselektion, zum technischen Vorgehen, zur akuten Effektivität, zu akuten Komplikationen, zur chronischen Effektivität und zu chronischen Komplikationen erfasst werden. Primäres Ziel des Registers ist die möglichst umfassende Dokumentation aller Patienten, die einer Vorhofflimmerablation unterzogen werden.

aktueller Stand:
Die Rekrutierung für das Ablationsregister ist beendet, über 1000 Patienten sind eingeschlossen. Das akute Follow-up (4 Wochen) ist komplett. Die 12monatigen Nachbeobachtungen werden zurzeit noch vervollständigt.

Infoblatt zum Teilprojekt B4

Bildschirmpräsentation zur GAP-AF-Studie

Bildschirmpräsentation zum Katheterablationsregister

Ansprechpartner


Prof. Dr. med. Karl-Heinz Kuck
Kardiologie

Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstr. 5
20099 Hamburg
Tel: (040) 28902305
Fax: (040) 28904444
E-Mail: k.kuck@asklepios.com

Lebenslauf


Prof. Dr. med. Stephan Willems
Abt. Kardiologie
Universitätsklinikum Eppendorf
Martinistr.52
20246 Hamburg
Tel: (040) 7410 52438
Fax: (040) 7410 54125

Lebenslauf

E-Mail: willems@uke.uni-hamburg.de

Univ.-Prof. Dr. med. Günter Breithardt
Klinik-/Institutsdirektor
Medizinische Klinik und Poliklinik C
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster
Tel. (0251) 83-47617
Fax (0251) 83-47864
g.breithardt@uni-muenster.de

Lebenslauf