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Vorhofflimmern ist eine weit verbreitetes klinisches Problem mit zunehmender Inzidenz. Neben den hauptsächlichen ätiologischen Faktoren für das Auftreten und Persistieren von Vorhofflimmern wie Klappenerkrankung, arterielle Hypertonie, koronare Herzerkrankung etc. wird auch der Alkoholkonsum als Entstehungsursache des Vorhofflimmern z.B. in Form des „Holiday Heart Syndrom“ beschrieben. In der klinischen Praxis zeigen sich häufig Krankheitsfälle, bei denen erstmalig oder erneut aufgetretenes Vorhofflimmern mit Alkoholkonsum vergesellschaftet ist. Da Alkoholkarenz und Anpassung der Lebensgewohnheiten für den Patienten beeinflussbare Variablen sind, ist es von großem klinischen Interesse den Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und Alkoholkonsum der Patienten genauer zu untersuchen. Das Kompetenznetz Vorhofflimmern stellt eine ideale Plattform dar, das Alkohol-Konsumverhalten und seinen Einfluss auf das Vorhofflimmern in seiner Vielzahl von Manifestationsmöglichkeiten zu analysieren.
Durch die zusätzliche Datenerfassung der Patienten sollen folgende Fragen geklärt werden:
| Design: |
Es handelt sich bei dem Projekt A5 um eine Registerstudie mit deskriptiver Erfassung des Alkoholkonsums der Patienten mit Vorhofflimmern in Krankenhäusern und Praxen mittels der Telematik-Struktur dieses Netzwerkes. |
| Ziel: |
Ziel ist es, an einem nicht selektionierten Patientengut aus der primären, sekundären und tertiären Versorgungsstufe den Einfluss von Alkohol auf die Entstehung von Vorhofflimmern für verschiedene Patientengruppen zu erfassen. Ein Schwerpunkt wird auf der Frage nach alters- und geschlechtsabhängigen Unterschieden des Alkoholkonsums und die Entstehung von Vorhofflimmern liegen. Zudem sollen Trinkgewohnheiten bei Patienten mit Vorhofflimmern erfasst werden und die Frage nach vorausgegangenem Alkoholkonsum bei Neuauftritt von Vorhofflimmern geklärt werden. |
| Methodik: |
Das Projekt A5 wird unterstützt durch das elektronische Studienmanagement des Basisprojektes AB1 und der Software X-trial. Im Laufe der Rekrutierungsphase des AB1 Registers werden Patienten, die in dem Register erfasst werden, zusätzlich Fragebögen erhalten. Diese Fragebögen bestehen aus standardisierten Testverfahren, die sowohl den Gemütszustand des Patienten, als auch das Trinkverhalten, sowie explizite Fragen auf Alkoholgenuss und Vorhofflimmern untersuchen (STAI, LAST, LDH). Nach einem Zeitraum von einem Jahr werden den Patienten im Rahmen der Follow-up Untersuchung erneut die gleichen Fragebogen ausgehändigt. Anhand von 200 Patienten soll eine Therapieempfehlung mit nachfolgender Analyse der life style modification durchgeführt werden. |
Prof. Dr. med. Christian Wolpert
Ärztlicher Direktor
Klinik für Innere Medizin
Klinikum Ludwigsburg
Mann K (2000) Alcohol and psychiatric and physical disorders. In: MG Gelder, JJ López-Iobr jr. NC Andreasen (Eds) New Oxford Textbook of Psychiatry, Oxford University Press, Oxford, 489-493.
Mann, K, Ackermann, K (2000) Geschlechtsspezifische Unterschiede bei alkoholabhängigen Männern und Frauen. In F. Stetter (Ed) Suchttherapie an der Schwelle des Jahrtausends. Neuland-Verlagsgesellschaft mbH, Geesthacht, 51-69
Mukamal KJ, Tolstrup JS, Friberg J, Jensen G, Gronbaek M Alcohol consumption and risk of atrial fibrillation in men and women: the Copenhagen City Heart Study. Circulation. 2005 Sep 20;112(12):1736-42. Epub 2005 Sep 12
