Herzwochen: Mehr als 200 Besucher bei Patientenseminar in Münster

19.11.2014

Am 18.11.2014 hat das Herzzentrum des Universitätsklinikums Münster gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung und dem Kompetenznetz Vorhofflimmern ein Patientenseminar zum Thema Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Mehr als 200 Betroffene und Interessierte besuchten die zweistündige Informationsveranstaltung, die im Rahmen der diesjährigen Herzwochen stattfand.

Vor Beginn des Patientenseminars im voll besetzten Hörsaal: Dr. Stefan Zellerhoff, Dr. Sven Zumhagen, Dr. Andreas Löher, Dr. Gerlinde Benninger, Prof. Lars Eckard und PD Dr. Christian Pott (von links nach rechts). Bild: AFNET

In mehreren Vorträgen informierten die Kardiologen Prof. Lars Eckard, PD Dr. Christian Pott, Dr. Stefan Zellerhoff und Dr. Sven Zumhagen sowie der Herzchirurg Dr. Andreas Löher über die Behandlung von Vorhofflimmern und anderen Rhythmusstörungen. Nach einer Begrüßung von Prof. Eckardt, dem Leiter der Abteilung für Rhythmologie am UKM, gab Dr. Pott einen Überblick über die medikamentöse Therapie von Herzrhythmusstörungen und ging dabei auf die Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Antiarrhythmika ein. Er machte anhand von Beispielen deutlich, dass es „kein bestes Medikament“ gibt, sondern dass der behandelnde Arzt für jeden Patienten individuell das passende Medikament auswählen muss. Dr. Zellerhoff informierte über die Katheterablation und erläuterte, welche Rhythmusstörungen mit dieser elektrophysiologischen Methode behandelt werden können. Er betonte auch, dass die Erfolgschancen dieser Behandlung und die Komplikationsrate wesentlich davon abhängen, wie viel Erfahrung der behandelnde Elektrophysiologe und die Klinik, in der die Ablation durchgeführt wird, mit dieser Methode haben. Dr. Löher und Dr. Zumhagen informierten in einem gemeinsamen Vortrag aus chirurgischer und kardiologischer Perspektive sehr anschaulich über Herzschrittmacher und Defibrillatoren. Mit einem Film gaben Sie dem Publikum Einblick in den Operationssaal und zeigten den Ablauf einer Defibrillatorimplantation.   

Anschließend an die Vorträge, die insgesamt etwas mehr als eine Stunde dauerten, hatten die Teilnehmer ausgiebig Gelegenheit, Fragen zu stellen. Die Diskussion wurde moderiert von Dr. Pott, der die Fragen aus dem Publikum aufnahm und an den jeweiligen Experten zur Beantwortung weitergab. Da in diesem Rahmen nur allgemeine Antworten möglich waren, wiesen die Ärzte mehrfach darauf hin, dass Patienten, die im UKM behandelt wurden und spezielle Fragen zu Ihrer eigenen Krankengeschichte haben, sich per E-Mail oder telefonisch an die UKM Rhythmologie wenden können.

Zusätzlich zu den mündlichen Informationen aus den Vorträgen und Diskussionen konnten die Besucher auch gedrucktes Informationsmaterial mit nach Hause nehmen, darunter die vom Kompetenznetz Vorhofflimmern herausgegebene Broschüre „Vorhofflimmern – Herz aus dem Takt“.

Die Vortragenden und Organisatoren zeigten sich mit der Veranstaltung zufrieden, so auch Dr. Gerlinde Benninger, die Geschäftsführerin des Kompetenznetzes Vorhofflimmern: „Für das Kompetenznetz Vorhofflimmern ist die unabhängige Information von Patienten ein wichtiges Anliegen. Die gemeinsame Veranstaltung mit dem Herzzentrum des Universitätsklinikums im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung hat Betroffenen die Möglichkeit geboten, sich über die aktuelle Behandlung von Herzrhythmusstörungen zu informieren, und das Angebot wurde offensichtlich von vielen genutzt. Daher wird das Kompetenznetz Vorhofflimmern derartige Veranstaltungen auch in Zukunft gern unterstützen.“