Gut besuchter Informationsabend: Vorhofflimmern - neue Medikamente

11.07.2013

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) und das Universitätsklinikum Münster (UKM) informierten in einem gemeinsamen Patientenseminar am 9. Juli über die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Rund 80 Interessierte aus Münster und Umgebung besuchten die zweistündige Abendveranstaltung im UKM – die meisten von ihnen selbst Betroffene oder Angehörige von Vorhofflimmerpatienten.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, vor allem bei älteren Menschen. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leben mit Vorhofflimmern. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielschichtig und für die Patienten nicht leicht zu überblicken. Zudem sind in den letzten Jahren mehrere neue Wirkstoffe auf den Markt gekommen, so dass der Informationsbedarf der Betroffenen groß ist. Auf Anregung der Münsterschen Selbsthilfegruppe für Herzrhythmusstörungen haben deshalb AFNET und UKM zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung eingeladen. 

Nach einer kurzen Begrüßung von Prof. Lars Eckardt, dem Leiter der Abteilung für Rhythmologie am UKM, folgten zwei Vorträge, in denen die wichtigsten Medikamente zur Behandlung des Vorhofflimmerns vorgestellt wurden: Priv.-Doz. Dr. Christian Pott, Arzt in der Rhythmologie, gab einen Überblick über Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika), die eingesetzt werden können, um das Vorhofflimmern zu beenden und den gesunden Herzrhythmus wieder herzustellen. Anschließend informierte Priv.-Doz. Dr. Gerold Mönnig, Oberarzt der Rhythmologie, über neue und altbewährte Wirkstoffe zur Blutverdünnung (Antikoagulation). Er betonte besonders: „Da durch das Vorhofflimmern Gerinnsel entstehen können, die im Gehirn einen Schlaganfall verursachen können, ist bei fast allen Vorhofflimmerpatienten eine Antikoagulation notwendig, um das Schlaganfallrisiko zu senken.“

Nach etwa 40 Minuten waren die Vorträge beendet, und die Vortragenden stellten sich der Diskussion mit den Zuhörern. Die drei Ärzte, die alle über langjährige Erfahrung in der Behandlung und Erforschung von Herzrhythmusstörungen verfügen, beantworteten die zahlreichen Fragen kompetent und umfassend. Sie machten vor allem deutlich, dass es zur Behandlung von Vorhofflimmern kein Patentrezept gibt. „Jeder Vorhofflimmerpatient ist anders. Deshalb brauchen wir eine individuelle maßgeschneiderte Therapie, abhängig von den Symptomen und Begleiterkrankungen, vom Alter des Patienten und davon, wie lange das Vorhofflimmern schon besteht.“, erklärte Prof. Eckardt.

„Die gemeinsame Veranstaltung bot Patienten die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen bei der Behandlung von Vorhofflimmern zu informieren. Für uns als Kompetenznetz Vorhofflimmern ist die neutrale Information von Patienten ein wichtiges Anliegen“, so die Geschäftsführerin des AFNET, Dr. Gerlinde Benninger.