EAST Zusammenfassung

Early treatment of atrial fibrillation for stroke prevention trial (EAST - AFNET 4)
Frühe Behandlung von Vorhofflimmern zur Verhinderung von Schlaganfällen

EAST ist eine wissenschaftsinitiierte Studie, die zwei unterschiedliche Behandlungsstrategien bei Vorhofflimmern vergleicht. Die EAST Studie untersucht, ob eine frühe und umfassende rhythmuserhaltende Therapie bei Vorhofflimmerpatienten Komplikationen besser verhindern kann als die übliche Behandlung. Damit will EAST das verbleibende kardiovaskuläre Risiko, das Vorhofflimmerpatienten trotz Antikoagulation und Frequenzregulierung haben, weiter reduzieren. Die europaweite Studie wird vom Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) in Kooperation mit der European Heart Rhythm Association (EHRA) durchgefüht.

EAST ist eine prospektive, randomisierte, verblindete, multizentrische Studie. Sie testet die Hypothese, dass ein früherer Beginn der rhythmuserhaltenden Therapie, eingebettet in eine umfassende Behandlungsstrategie, das Potential hat, den Teufelskreis, der Vorhofflimmern aufrecht erhält, zu unterbrechen, den Sinusrhythmus effiktiver zu erhalten als die derzeitige verzögerte rhythmuserhaltende Behandlung und kardiovaskuläre Komplikationen zu reduzieren.

An der Studie teilnehmen können Patienten mit
1. neu aufgetretenem Vorhofflimmern, d.h. Vorhofflimmern, das seit weniger als einem Jahr bekannt ist, und
2. erhöhtem Schlaganfallrisiko, d.h. Vorliegen von Risikofaktoren für einen Schlaganfall, nämlich
entweder
a) einer der folgenden Risikofaktoren: Alter über 75 Jahre, früherer Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke (TIA)
oder
b) zwei der folgenden Risikofaktoren: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, linksventrikuläre Hypertrophie, Alter > 65 Jahre, weibliches Geschlecht, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Niereninsuffizienz (MDRD Stadium III oder IV), stabile Herzinsuffizienz (NYHA II oder LVEF < 50%), schwere koronare Herzkrankheit (früherer Myokardinfarkt, koronarer Bypass oder PCI)

Die Teilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeordnet: entweder für eine „frühe, umfassende, standardisierte“ Maßnahme zur Erhaltung des Sinusrhythmus zusätzlich zur „üblichen Behandlung“ oder ausschließlich für die „übliche Behandlung“.

Die Patienten in der Gruppe der „frühen Behandlung“ erhalten entweder eine Pulmonalvenenisolation mittels Katheterablation oder eine medikamentöse antiarrhythmische Therapie direkt nach der Randomisierung. Die anfängliche Therapie wird vom Studienarzt ausgewählt. Wenn das Vorhofflimmern erneut auftritt, werden beide Behandlungen kombiniert.

Die „übliche Behandlung“ erfolgt nach den aktuellen Leitlinien für die Behandlung von Vorhofflimmern, die von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) herausgegeben wurden. Dabei wird zusätzlich zur antithrombotischen Therapie und der Behandlung zugrundeliegender Herzerkrankungen zunächst versucht, die Symptome durch eine Frequenzregulierung zu behandeln.

Der Hauptendpunkt der EAST Studie setzt sich zusammen aus kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall, Herzschwäche oder akutem Koronarsyndrom (mit Krankenhausaufenthalt). Alle Patienten werden nachbeobachtet. Die Nachbeobachtung erfolgt in Form von Fragebögen alle 6 Monate und ambulanten Untersuchungen nach 12, 24 und 36 Monaten.

Geplant sind insgesamt 2.745 Patienten aus 200 Zentren in 11 europäischen Ländern. Der erste Patient wurde im Juli 2011 eingeschlossen. Der Patienteneinschluss wird voraussichtlich noch bis 2016 dauern.